E-Rechnung ab 1. Januar 2027: Leitfaden für Entwickler

Ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz im Inland E-Rechnungen ausstellen, ab 2028 alle. Was das für Rechnungs-, Shop- und ERP-Software bedeutet, welche Formate gelten und an welchen Regeln Rechnungen in der Praxis scheitern.

Stand: 29. Oktober 2026. Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Sprache: English

Die Fristen

AbWerWas
1. Januar 2025alle inländischen Unternehmenmüssen E-Rechnungen empfangen können (ein E-Mail-Postfach genügt)
1. Januar 2027Unternehmen mit mehr als 800.000 € Gesamtumsatz im Vorjahrmüssen bei inländischen B2B-Umsätzen E-Rechnungen ausstellen
1. Januar 2028alle Unternehmenmüssen E-Rechnungen ausstellen; Papier und PDF sind dann für B2B-Rechnungen im Inland nicht mehr zulässig

Ausgenommen sind unter anderem Kleinbetragsrechnungen bis 250 € und Fahrausweise. Rechnungen an Privatkunden (B2C) betrifft die Pflicht nicht.

Was als E-Rechnung zählt

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, das der europäischen Norm EN 16931 entspricht. Ein PDF ist keine E-Rechnung. In der Praxis sind das zwei Formatfamilien:

  • XRechnung (reines XML in der Syntax UBL oder CII), gepflegt von der KoSIT. Pflicht im öffentlichen Auftragswesen, im B2B-Geschäft verbreitet.
  • ZUGFeRD / Factur-X: ein PDF/A-3 mit eingebettetem CII-XML. Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024 gelten die Profile EN 16931, EXTENDED und XRECHNUNG als E-Rechnung, die Profile MINIMUM und BASIC WL nicht. Maßgeblich ist das XML, nicht das Bild im PDF.

Der Übertragungsweg ist in Deutschland frei: E-Mail, Portal, Schnittstelle oder Peppol.

Was Ihre Software können muss

Ausstellen: eine XRechnung oder ein ZUGFeRD-PDF im Profil EN 16931 oder höher schreiben, mit allen Pflichtfeldern, und vor dem Versand gegen die offiziellen Regeln prüfen. Die Regeln ändern sich mehrmals im Jahr: KoSIT veröffentlicht neue Konfigurationen des Validators, FeRD neue ZUGFeRD-Versionen. Eine einmal gültige Rechnung kann nach einem Regel-Update ungültig sein.

Empfangen: eingehende Dateien erkennen (XML oder PDF mit eingebettetem XML), prüfen und die Daten in die Buchhaltung übernehmen, statt das PDF abzutippen. Weil seit 2025 jedes Unternehmen E-Rechnungen annehmen muss, ist das die Funktion, die Kunden zuerst nachfragen.

Die häufigsten Fehler

Diese Regeln lösen bei XRechnungen besonders oft einen Fehler aus. Jede Regel hat eine eigene Seite mit dem offiziellen Text und der technischen Prüfung:

RegelBedeutungTypische Ursache
BR-DE-15Käuferreferenz (BT-10) fehltBei Behörden die Leitweg-ID; im B2B-Geschäft die vom Käufer vorgegebene Referenz
BR-DE-2Kontakt des Verkäufers (BG-6) fehltName, Telefon und E-Mail einer Ansprechstelle nicht befüllt
BR-DE-1Zahlungsanweisungen (BG-16) fehlenZahlungsart und Bankverbindung nicht übermittelt
BR-DE-23-aÜberweisung ohne Kontoangaben (BG-17)Zahlungsart 30 oder 58 ohne IBAN
BR-DE-21Spezifikationskennung (BT-24) passt nicht zu XRechnungKennung einer anderen XRechnung-Version oder von EN 16931
BR-CO-10Summe der Positionsbeträge stimmt nichtBT-106 aus ungerundeten Positionsbeträgen berechnet
BR-CO-15Bruttobetrag ≠ Netto + SteuerRundungsdifferenz bei der Umsatzsteuer
BR-CL-23Mengeneinheit nicht aus der Codeliste„Stk“ statt des UN/ECE-Codes C62 (Stück) oder H87 (Einheitencodes)

Alle Regeln: Regelverzeichnis.

Prüfen, auslesen und erzeugen per API

Die EU E-Invoice API prüft XRechnung und ZUGFeRD mit dem offiziellen KoSIT-Validator und den FeRD-Regeln, liest Rechnungen in sauberes JSON aus und erzeugt aus JSON gültige XRechnungen und ZUGFeRD-PDFs. Jeder Befund verlinkt die Seite seiner Regel (docUrl), sodass Ihre Software den Fehler ohne Rückfrage erklären kann. Der Free-Plan umfasst 100 Dokumente pro Monat.

curl -H "Authorization: Bearer $API_KEY" --data-binary @rechnung.xml \
  https://einvoice-api-main-f5141d8.zuplo.app/v1/validate

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